Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort / Fahrerflucht

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort (umgangssprachlich als Fahrerflucht bezeichnet) stellt eine Straftat gemäß § 142 StGB dar.

Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall vom Unfallort entfernt, ohne bei Anwesenheit anderer Unfallbeteiligter die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung zu ermöglichen oder bei deren Abwesenheit eine angemessene Zeit zu warten, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, § 142 Abs. 1 StGB. Welche Wartezeit angemessen ist, hängt dabei vom Einzelfall ab. Je nach Schwere des Unfalls muss mindestens 30 bis 90 Minuten gewartet werden. Einen Zettel an der Windschutzscheibe des Unfallgegners zu hinterlassen reicht nicht aus.

Hat sich der Unfallbeteiligte berechtigterweise vom Unfallort entfernt (etwa weil er den Unfall nicht bemerkt hat), muss er die Feststellungen unverzüglich nachträglich ermöglichen, § 142 Abs. 2 StGB. Ausreichend für die nachträgliche Feststellung ist es, dem Unfallgegner oder der Polizei die Beteiligung an dem Unfall mitzuteilen und seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs anzugeben, § 142 Abs. 3 StGB.

Handelt es sich um einen Bagatellschaden und ermöglicht der Unfallbeteiligte die Feststellungen innerhalb von 24 Stunden nachträglich, kann das Gericht die Strafe mildern oder gänzlich davon absehen, § 142 Abs. 4 StGB.

Die unbemerkte Fahrerflucht ist nicht strafbar. Dem Täter muss nachgewiesen werden, dass er der Unfall taktil (durch die Erschütterung), optisch oder akustisch wahrgenommen hat.

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