Merkantiler Minderwert

Wird ein Kfz beschädigt, verringert sich dessen Wert auch im Falle seiner vollständigen Instandsetzung. Ein Unfallwagen hat einen geringeren Marktwert als ein unfallfreies Fahrzeug, da der Verdacht auf verborgene Mängel nie vollständig ausgeräumt werden kann. Diese Wertminderung wird als merkantiler Minderwert bezeichnet.

Der merkantile Minderwert ist ein fiktiver Wert, der durch einen Sachverständigen anhand mehrerer Faktoren wie dem Ausmaß des Schadens, dem Alter des Fahrzeugs, den Reparaturkosten sowie der Marktgängigkeit des Kfz ermittelt wird. Bagatellschäden wie kleine Dellen im Blech führen in der Regel nicht zu einer Wertminderung.

Für ältere Fahrzeuge mit einer hohen Laufleistung (5 Jahre, 100.000 km) wurde angenommen, dass sich ihr Wert durch die Reparatur (wie den Einbau neuer Ersatzteile) erhöht statt verringert. Die Bestimmung des merkantilen Minderwerts liegt jedoch im freien Ermessen des Richters. Die Rechtsprechung weicht aufgrund der verbesserten Langlebigkeit moderner Fahrzeuge zunehmend von diesem Richtwert ab und erkennt auch bei teils deutlich älteren Fahrzeugen eine Wertminderung an.

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