Medizinisch-Psychologische Untersuchung MPU

Die medizinisch-psychologische Untersuchung (auch umgangssprachlich als „Idiotentest“ bezeichnet) dient der Erstellung einer Prognose, ob ein Verkehrsteilnehmer dazu geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen, § 11 Abs. 3 FeV.

Die Ergebnisse der Untersuchung dienen der Fahrerlaubnisbehörde als Entscheidungshilfe für die (Wieder-) Erteilung der Fahrerlaubnis.

Die Aufforderung zur Teilnahme an einer MPU erfolgt insbesondere bei

  • Alkohol am Steuer (in der Regel ab 1,6 Promille), § 13 FeV
  • Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss (auch als Beifahrer oder Fußgänger), § 14 FeV
  • mehr als sieben Punkten im Fahreignungsregister („in Flensburg“)
  • Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen (bspw. Schwerhörigkeit)
  • strafrechtlichen Auffälligkeiten
  • geistigen Mängeln (z.B. hohem Aggressionspotential).

Die MPU dauert etwa drei bis vier Stunden und besteht aus drei Untersuchungsteilen. Im verkehrsmedizinischen Teil wird der Betroffene je nach Anlass der MPU auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch bzw. körperliche Erkrankungen untersucht. Im verkehrspsychologischen Teil wird durch ein Gespräch ermittelt, ob der Betroffene Einsicht zeigt und ob er bereit und fähig ist, sein Verhalten zu ändern. Im dritten Untersuchungsteil wird schließlich die Leistungsfähigkeit des Verkehrssünders überprüft. Dies geschieht durch Reaktions-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitstests.

Die Kosten für die MPU betragen je nach Umfang bis zu 750 Euro. Die Durchfallquote beträgt etwa 33 Prozent. Die MPU kann beliebig oft wiederholt werden.

zurück zum Wörterbuch