LKW Lenk- und Ruhezeiten

Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t unterliegen nach EU-Recht im gewerblichen Güter- und Personenverkehr festgelegten Lenk- und Ruhezeiten. In Deutschland sind bereits Fahrzeuge ab 2,8 t von den Vorschriften umfasst.

Verschiedene Verordnungen und Gesetze regeln die LKW Lenk- und Ruhezeiten: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das Fahrpersonalgesetz (FPersV), die Fahrpersonalverordnung (FPersV), die EU-Richtlinie 2002/15/EG sowie die EU-Verordnung 561/2006.

Durch die Vorschriften sollen Unfälle durch übermüdete LKW Fahrer vermieden und der Wettbewerb harmonisiert werden.

Die Tageslenkzeit darf neun, ausnahmsweise zehn Stunden nicht überschreiten. Alle 4,5 Stunden muss der Fahrer eine Fahrtunterbrechung von mindestens 45 Minuten einhalten. Innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden müssen mindestens elf Stunden Pause eingelegt werden. Dreimal pro Woche ist eine Verkürzung dieser Tagesruhezeit auf neun Stunden möglich.

Die maximal zulässige Wochenlenkzeit beträgt 58 Stunden. In zwei aufeinanderfolgenden Wochen darf sie summiert jedoch nicht mehr als 90 Stunden betragen.

Erfasst werden die Lenk- und Ruhezeiten automatisch durch ein EG-Kontrollgerät. Die Kontrolle der Einhaltung ist Aufgabe des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) sowie der Polizei.

Die Höhe des Bußgeldes bestimmt sich nach der Länge der Überschreitung bzw. Verkürzung der vorgeschriebenen Zeiten. Die Bußgelder betragen 30 bis 60 Euro für den Fahrer sowie 90 bis 180 Euro für den Unternehmer.

zurück zum Wörterbuch