FAQ Motorrad

Welche Besonderheiten gelten für Saison- und Wechselkennzeichen?

Da Motorräder in der kälteren Jahreszeit meist nicht genutzt werden, bietet sich ein Saisonkennzeichen an. Die Anmeldung zu Saisonbeginn und die Abmeldung zu Saisonende entfallen so. Der Zulassungszeitraum für ein solches Kennzeichen kann zwei bis maximal elf Monate betragen.

Für den Rest des Jahres muss das Motorrad auf einem privaten Stellplatz untergebracht sein und darf nicht bewegt werden. Die Motorradversicherung ist für diesen Zeitraum beitragsfrei.

Eine Alternative zum Saisonkennzeichen stellt das Wechselkennzeichen dar. Dieses kann seit dem 1. Juli 2012 beantragt werden und ermöglicht das Fahren von zwei Motorrädern mit demselben Nummernschild. Da ein Wechselkennzeichen jedoch keine Steuerersparnis mit sich bringt, stößt diese Neuerung nur auf geringe Resonanz.

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Müssen Motorradfahrer Winterreifen benutzen?

Kraftfahrzeuge müssen an die Wetterverhältnisse angepasst werden. Dies schreibt die Straßenverordnung vor, § 3 Abs. 3a StVO. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte darf nur mit Reifen gefallen werden, welche die Eigenschaften der EU-Richtlinie 92/23/EWG erfüllen.

Da für Motorräder jedoch nur wenige solche Winterreifen angeboten werden, ist ausreichend, andere an die Witterungsverhältnisse angepasste Bereifung zu verwenden. Die im Winter verwendeten Reifen sollten durch eine geeignete Gummimischung an niedrige Temperaturen angepasst sein und ein grobes Profil aufweisen.

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Ist das „Hindurchschlängeln“ durch einen Stau legal?

Die unter Motorradfahrern weiter verbreitete Methode, sich im Falle eines Staus „hindurchzuschlängeln“ ist verboten. Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen, existieren davon zwei, muss davon die rechte befahren werden, § 2 Abs. 1 StVO. Ein Überholen ist nur links zulässig, § 5 Abs. 1 StVO. Diese Grundsätze gelten auch für Motorradfahrer.

Wird sich zwischen anderen Fahrzeugen hindurchgedrängt, werden die sich auf der linken Fahrspur befindlichen Verkehrsteilnehmer dadurch rechts überholt. Dies kann ein Bußgeld sowie Punkte im Zentralen Verkehrsregister („in Flensburg“) zur Folge haben. Wird durch ein solches Überholmanöver sogar ein Unfall verursacht, kann dies zur alleinigen Haftung des Motorradfahrers führen.

Nur in Ausnahmefällen darf auf der rechten Spur schneller gefahren werden als auf der Linken. Dies ist dann zulässig, wenn sich auf beiden Spuren Fahrzeugschlangen gebildet haben, § 7 Abs. 2 StVO.

Forderungen, die Rettungsgasse für Motorradfahrer freizugeben, ist der Gesetzgeber bisher nicht gefolgt.

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Welche Schutzkleidung ist für Motorradfahrer vorgeschrieben?

Der Gesetzgeber hat für Motorradfahrer nur ein Mindestmaß an Schutzausrüstung geregelt. So besteht nur eine Helmpflicht. Darüber hinaus gibt es — abgesehen von Vorschriften über die zu tragende Schutzkleidung während Fahrausbildung und praktischer Prüfung — keinerlei dahingehende gesetzliche Regelung. Empfehlenswert ist das Tragen geeigneter Kleidung nicht nur zum Schutz vor Verletzungen, sondern auch um bei einem Unfall die Annahme eines Mitverschuldens zu vermeiden (Urteil Az. 12 U 29/09 Brandenburgisches OLG vom 23.07.09).

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