FAQ LKW – Lenkzeiten, Ruhezeiten, Fahrverbot

Welche verkehrsrechtlichen Unterschiede bestehen zwischen LKW und PKW?

Ob es sich im verkehrsrechtlichem Sinne bei einem Kraftfahrzeug um einen Pkw oder einen Lkw handelt, bestimmt sich nach dem Transportzweck, welcher dem Aus- und Aufbau des Fahrzeugs beurteilt wird. So wird ein Sprinter, der primär dem Transport von Gütern dient, als Lkw eingeordnet, auch wenn er als Pkw zugelassen ist.

In steuerlicher Hinsicht ist die Differenzierung zwischen Lkw und Pkw wichtig. Die günstigere Einstufung als Lkw kann nur dann erfolgen, wenn das Fahrzeug nicht in erster Linie zur Beförderung von Personen konzipiert ist und nicht mehr als neun Sitzplätze aufweist.

Die Entscheidung, ob ein Lkw oder Pkw vorliegt, erfolgt im Einzelfall. Neben den genannten Kriterien sind dabei insbesondere die Größe der Ladefläche, die Ausstattung des Kfz mit Sitzen und Sicherheitsgurten sowie die erreichbare Höchstgeschwindigkeit ausschlaggebend. Pick-Ups stellen einen typischer Grenzfall dar.

Ein weiterer Gesichtspunkt, unter dem die Unterscheidung von Lkw und Pkw relevant wird, ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die für Lkw teilweise deutlich niedriger ist, § 3 StVO. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit bestimmt sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht:

Sämtliche Fahrzeuge (also auch Lkw) mit zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen dürfen außerorts generell 100 km/h fahren. Ausnahmen gelten für Autobahnen und autobahnähnlich ausgebaute Straßen.

Für Lkw, deren zulässiges Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen beträgt, liegt außerorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h.

Lkw über 7,5 Tonnen müssen außerorts grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h einhalten. Eine Ausnahme gilt nur für Autobahnen. Dort sind 80 km/h zulässig.

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Welche Lenk- und Ruhezeiten sind als LKW-Fahrer einzuhalten?

Die zulässigen Lenk- und Ruhezeiten sind innerhalb der Europäischen Union durch die Verordnung (EG) 561/2006 sowie die Richtlinie (EU) 2002/15/EG geregelt. In Deutschland existieren zusätzlich die Fahrpersonalverordnung (FPersV) sowie das Gesetz zur Regelung der Arbeitszeit von selbstständigen Kraftfahrern (KrArbZG).

Die Lenk- und Ruhezeiten werden durch einen genormten Fahrtenschreiber automatisch erfasst. Kontrolliert wird die Einhaltung der Vorschriften durch Polizei sowie das Bundesamt für Güterverkehr.

Unterschieden wird zwischen zulässiger Tages- und Wochenlenkzeit. Pro Tag darf ein Lkw-Fahrer nicht mehr als 9 Stunden am Steuer verbringen, zwei Mal pro Woche sind jedoch 10 Stunden zulässig.

Die wöchentliche Lenkzeit darf 56 Stunden nicht überschreiten. Innerhalb zwei aufeinanderfolgender Wochen dürfen nicht mehr als 90 Stunden gefahren werden.

Alle 4,5 Stunden muss eine Pause von mindestens 45 Minuten eingelegt werden. Diese muss ausschließlich zur Erholung, nicht zur Verrichtung von Arbeit, genutzt werden.

Weiterhin sind bestimmte Ruhezeit einzuhalten. Die tägliche Ruhezeit umfasst mindestens 11 Stunden, die wöchentliche Ruhezeit muss mindestens 45 Stunden betragen.

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Wann bestehen Fahrverbote für Lkw?

Zur Entlastung des Straßenverkehrs bestehen bestimmte Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen:

Das Sonntags-Fahrverbot gilt an jedem Sonntag im Jahr von 00:00 bis 02:00 Uhr. Dies gilt für sämtliche Straßen.

An gesetzlichen Feiertagen ist das Fahren eines Lkw von 00:00 bis 22:00 Uhr untersagt. Die zu beachtenden Tage unterscheiden sich dabei leicht zwischen den Bundesländern.

Weiterhin existiert ein Fahrverbot für Samstage in den Ferienzeiten. Vom 01.07. bis zum 31.08. ist samstags das Fahren eines Lkw von 07:00 bis 20:00 Uhr verboten.

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