FAQ Kinder im Strassenverkehr

Wann haften Kinder im Straßenverkehr?

Die Haftung von Kindern richtet sich nach deren Alter. Die Altersstufen sind § 828 BGB zu entnehmen.

So ist, wer das siebente Lebensjahr nicht vollendet hat, nie — auch nicht außerhalb des Straßenverkehrs — haftbar. Kinder sind in diesem Alter noch nicht in der Lage, eigenverantwortlich am Verkehr teilzunehmen und benehmen sich aus der Sicht von Erwachsenen oft irrational.

Hat das Kind das siebente, nicht aber das zehnte Lebensjahr vollendet, kann es nicht für einen Verkehrsunfall im motorisierten fahrenden Verkehr haftbar gemacht werden. Eine Ausnahme besteht jedoch dann, wenn vorsätzlich gehandelt wird. War sich das Kind bewusst, beispielsweise durch das Werfen von Steinen auf Autos andere in Gefahr zu bringen, haftet es.

Auch ist zu beachten, dass diese Sonderregelungen nicht auf den stehenden Verkehr anwendbar ist. So stellt ein geparktes Fahrzeug einen Gegenstand wie jeden anderen dar. Stößt ein 8-10-jähriges Kind mit seinem Fahrrad dagegen, verwirklicht sich keine typische Verkehrsgefahr. Folge ist, dass das Kind haftbar ist.

Ab dem 10. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit richtet sich die Haftung von Kindern nach ihrer Einsichtsfähigkeit.

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Wann haften die Eltern?

Die Haftung der Eltern ist unabhängig von der Haftung der Kinder. Darum ist es wahrscheinlich, dass ein Geschädigter bei Schuldunfähigkeit des Kindes versuchen wird, wegen Verletzung der Aufsichtspflicht gegen die Eltern vorzugehen.

Verletzen die Eltern ihre Aufsichtspflicht, sind sie selbst (beziehungsweise ihre Haftpflichtversicherung) haftbar. Wann eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, bestimmt sich nach dem Einzelfall.

Grundsätzlich gilt, dass Kinder ab dem Alter von vier Jahren im Freien (auch auf ruhigen Straßen oder dem Bürgersteig) spielen dürfen, ohne ständig überwacht werden zu müssen. Gelegentliche Kontrollblicke reichen aus.

Bei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren genügt zur Erfüllung der Aufsichtspflicht bereits, dass sich die Eltern einen groben Überblick über das Treiben ihrer Kinder verschaffen.

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Ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ratsam?

Kinder sind in aller Regel bei der Familienhaftpflichtversicherung mitversichert. Dies gilt für die gesamte Schulzeit und für die erste berufliche Ausbildung wie Lehre oder Studium.

Eine Haftpflichtversicherung stellt den Versicherungsnehmer nicht nur von Schadensersatzansprüchen frei, sie dient auch als Rechtsschutzversicherung um Ansprüche der Gegenseite abzuwehren.

Da Unfälle mit Kindern oft im privaten Umfeld geschehen, besteht die Möglichkeit eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, welche sogar dann zahlt, wenn der Schaden durch ein schuldunfähiges Kind hervorgerufen wurde. So kann verhindert werden, dass Nachbarn und Verwandte ihren Schaden nicht erstattet bekommen.

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