FAQ Fußgänger

Welche Besonderheiten gelten für Fußgänger im Straßenverkehr?

Eine Besonderheit, die im Straßenverkehr für Fußgänger gilt ist, dass diese gegenüber abbiegenden Kraftfahrzeugen immer bevorrechtigt sind; diese müssen Rücksicht nehmen und, wenn nötig, warten, § 9 Abs. 3 StVO.

Das Überqueren der Straße durch den Fußgänger hat dabei zügig und auf dem kürzesten Weg zu erfolgen. Vorhandene Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) oder Lichtzeichenanlagen (Ampeln) sind zu benutzen, wenn die Verkehrslage es erfordert. An Kreuzungen und Einmündungen müssen diese Einrichtungen stets benutzt werden, § 25 Abs. 3 StVO.

Auch sonst haben Fußgänger an Fußgängerüberwegen stets Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern, § 26 Abs.1 StVO. Zu beachten ist dabei, dass die Absicht, die Straße zu überqueren nicht durch Gesten oder Blicke kenntlich gemacht werden muss. Es genügt, wenn der Fußgänger sich zügig auf den Zebrastreifen zubewegt.

Bei einer abgeschalteten Fußgängerampel ist zu differenzieren: Liegt zusätzlich ein Fußgängerüberweg vor, hat der Fußgänger, ansonsten der fließende Verkehr Vorrang.

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Müssen Gehwege benutzt werden?

Die Benutzung von Gehwegen ist in § 25 StVO geregelt. Sind Gehwege vorhanden, müssen diese benutzt werden. Ansonsten darf auch auf der Fahrbahn gegangen werden, sowohl auf der linken, als auch auf die rechten Seite.

Außerhalb geschlossener Ortschaften müssen Fußgänger auf der linken Straßenseite gehen, um von entgegenkommenden Autos besser erkannt zu werden.

Werden sperrige Gegenstände von Fußgängern transportiert, muss auf dies auf der Fahrbahn erfolgen, wenn andere Verkehrsteilnehmer bei der Benutzung des Gehwegs sonst erheblich behindert würden.

Die generelle Pflicht Gehwege zu benutzen gilt auch für Jogger. Auch Inlineskater gelten als Fußgänger, Radwege dürfen nur zum Skaten benutzt werden, wenn dies im Rahmen besonderer Veranstaltungen ausdrücklich erlaubt ist.

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Droht auch alkoholisierten Fußgängern der Führerscheinverlust?

Nicht nur Kraftfahrzeug- und Fahrradfahrern, sondern auch Fußgängern droht die Entziehung ihrer Fahrerlaubnis, wenn sie unter Einfluss von Alkohol am Straßenverkehr teilnehmen. Die Hürden dafür sind allerdings recht hoch. Da für Fußgänger keine festgelegten Promillegrenzen existieren, kommt es allein auf ihr Verhalten an. Ist dieses grob verkehrswidrig, kann eine MPU angeordnet und gegebenenfalls der Führerschein entzogen werden.

So wurde im Falle eines Mannes, der sich als Fußgänger mit einer Blutalkoholkonzentration von drei Promille nahe einer stark befahrenen Straße aufgehalten hatte, eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet (Beschluss Az. 1 L 29/13.NW VG Neustadt vom 28.01.2013).

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