FAQ Führerschein – Fahrerlaubnisverordnung, Probezeit

Welche Regelungen enthält die Fahrerlaubnisverordnung?

Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) ist die zentrale Regelung zur Zulassung von Personen zum Straßenverkehr. Sie wurde 1998 im Zuge der Vereinheitlichung des europäischen Fahrerlaubnisrechts geschaffen.

Sie enthält beispielsweise allgemeine Regelungen zur Teilnahme am Straßenverkehr (§§ 1 ff. FeV), Vorschriften über die Voraussetzungen zur Erteilung der verschiedenen Fahrerlaubnisklassen (§§ 21 ff. FeV), Regelungen zum Zentralen Verkehrsregister (§§ 49 ff. FeV) sowie die Voraussetzungen für die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (§§ 65 ff. FeV). Schließlich wird festgeschrieben, welche Verstöße gegen die Fahrerlaubnisverordnung als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden (§ 75 FeV).

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Welche Besonderheiten gelten während der Probezeit?

Die Probezeit erstreckt sich über die ersten zwei Jahre ab Erlangung der Fahrerlaubnis. Sie dient der Bewährung von Anfängern im Straßenverkehr. In dieser Zeit gelten strengere Regelungen für Verkehrsverstöße.

Unterschieden wird im Verkehrsrecht zwischen A- und B-Verstößen. A-Verstöße sind dabei schwere Verstöße gegen Verkehrsvorschriften wie beispielsweise Fahrerflucht, das Überfahren einer roten Ampel sowie Nötigung im Straßenverkehr.

B-Verstöße sind weniger schwerwiegende Verkehrsverstöße wie Telefonieren am Steuer oder abgefahrene Reifen.

Wird erstmalig ein B-Verstoß begangen, bleibt dies für den Fahranfänger ohne Konsequenzen. Bei der wiederholten Begehung eines B-Verstoßes oder der erstmaligen Begehung eines A-Verstoßes erfolgt eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und die Anordnung eines Aufbauseminars, in welchem die Fehler besprochen werden und eine Nachschulung durchgeführt wird.

Erfolgt während der verlängerten Probezeit ein weiterer A- oder zwei weitere B-Verstöße wird der Fahranfänger kostenpflichtig verwarnt und eine verkehrspsychologische Beratung empfohlen.

Im Falle eines zweiten A-Verstoßes oder zwei weiterer B-Verstöße während der verlängerten Probezeit wird schließlich die Fahrerlaubnis entzogen.

Abweichend von der sonstigen 0,5 Promille-Grenze beträgt die Grenze für Fahranfänger 0,0 Promile. Dies gilt für alle Verkehrsteilnehmer unter 21 Jahren, ungeachtet dessen, ob diese sich noch in der Probezeit befinden, § 24a StVG. Bei Verstößen erfolgt eine zweijährige Verlängerung der Probezeit sowie die Anordnung der Teilnahme an einem besonderen Aufbauseminar.

Die Fahrerlaubnis auf Probe ist in §§ 32 ff. FeV geregelt.

Siehe auch:
Probezeit Führerschein
Bußgeldkatalog Führerschein Probezeit

Lesen Sie hier FAQ Führerschein – Teil 2