FAQ Fahrzeugpapiere

Was ist unter der Zulassungsbescheinigung Teil 1 zu verstehen?

Im Rahmen der europaweiten Angleichung der Fahrzeugdokumente wurde der ehemalige Fahrzeugschein im Jahre 2005 durch die Zulassungsbescheinigung Teil 1 ersetzt. Die alte Bezeichnung ist umgangssprachlich weiter gebräuchlich.

Funktion der Zulassungsbescheinigung Teil 1 ist die Identifizierung eines zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugs sowie die Dokumentation dessen technischer Daten.

Der erste Teil der Zulassungsbescheinigung enthält zahlreiche Angaben über das Kfz, beispielsweise das Datum der Erstzulassung, den Hersteller, die Kraftstoffart, die Schadstoffklasse sowie die maximal zulässige Achslast. Außerdem werden am Fahrzeug vorgenommenen Veränderungen dort vermerkt.

Die Zulassungsbescheinigung Teil 1 ist in § 11 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) geregelt.

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Was ist unter der Zulassungsbescheinigung Teil 2 zu verstehen?

Die Zulassungsbescheinigung Teil 2 ersetzt den ehemaligen Fahrzeugbrief. Sie dient als Besitzurkunde für das Fahrzeug. Darüber hinaus enthält sie Angaben zum Halter sowie die Fahrzeug-Identifikationsnummer und bescheinigt die Betriebserlaubnis des Kfz.

Aus Datenschutzgründen sind anders als beim alten Fahrzeugbrief nur noch der vorherige und der gegenwärtige Halter namentlich im Dokument vermerkt. Stattdessen ist die Anzahl der Vorhalter ersichtlich. Dadurch muss bei jedem zweiten Halterwechsel ein neues Dokument ausgestellt werden.

Die Zulassungsbescheinigung Teil 2 stellt keinen Beweis des Eigentums, aber ein starkes Indiz dafür dar. Zu beachten ist, dass die Zulassungsbescheinigung Teil 2 dennoch auf keinen Fall im Kfz mitgeführt werden sollte. Im Falle eines Diebstahls versuchen Versicherungen häufig, mit dem Verweis auf grobe Fahrlässigkeit jegliche Zahlungen zu verweigern.

Die Zulassungsbescheinigung Teil 2 ist in § 12 FZV geregelt.

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Reicht das Mitführen einer Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 1 aus?

Die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (der Fahrzeugschein) muss im Original mitgeführt und auf Verlangen zuständigen Personen wie Polizeibeamten ausgehändigt werden, § 11 Abs. 6 FZV.

Wer die Bescheinigung nicht im Original vorweisen kann, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 10,- Euro, § 48 Abs. 5 FZV.

Zu beachten ist auch, dass die Zulassungsbescheinigung eine Urkunde im rechtlichen Sinne darstellt. Wird einem Polizeibeamten eine täuschend echte Kopie vorgezeigt, besteht das Risiko wegen Urkundenfälschung belangt zu werden, § 267 StGB.

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Was ist beim Autokauf zu beachten?

Beim Autokauf sollten sich Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 vorgelegt und abgeglichen werden. Ist der Verkäufer nicht mit dem eingetragenen Halter des Kfz identisch, muss er eine Vollmacht vorweisen können.

Da die Zulassungsbescheinigung Teil 2 das Eigentum nicht beweist, ist auch ohne sie eine Eigentumsübertragung möglich. Da sie aber dennoch ein starkes Indiz für das Eigentum darstellt, ist davon dringend abzuraten. Sollte der Verkäufer nicht zum Verkauf des Kfz berechtigt gewesen sein, erwirbt der Käufer, der sich nicht anhand der Zulassungsbescheinigung Teil 2 der Berechtigung vergewissert hat, nicht gutgläubig das Eigentum an dem Fahrzeug.

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