FAQ Fahrradfahrer

Welche verkehrsrechtlichen Unterschiede bestehen zwischen Fahrrad und Kfz?

Zwischen Fahrrädern und Kraftfahrzeugen bestehen im Verkehrsrecht einige wichtige Unterschiede.

So haften Fahrradfahrer nur bei Verschulden, während es bei motorisierten Fahrzeugen zusätzlich eine sogenannte Gefährdungshaftung des Halters gibt. Diese ist unabhängig vom Verschulden und darin begründet, dass schon der Betrieb eines Kraftfahrzeugs Gefahren mit sich bringt.

Ein weiterer Unterschied zwischen Fahrrad- und Autofahrern ist, dass nur für Letztere eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist. Ein Fahrradfahrer, der nicht haftpflichtversichert ist, riskiert bei Unfällen sämtliche Kosten selbst tragen zu müssen.

Auch gilt für die Annahme einer alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit für Radfahrer eine andere Promillegrenze als für Kraftfahrzeugführer. So wird die alkoholbedingte absolute Fahruntüchtigkeit erst ab 1,6 (statt 1,1) Promille angenommen. Im Falle einer Trunkenheitsfahrt auf dem Fahrrad kann auch die Kfz-Fahrerlaubnis entzogen und eine MPU angeordnet werden.

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Müssen Radwege bei Vorhandensein benutzt werden?

Eine Benutzungspflicht für Radwege besteht nur, wenn diese durch ein blaues Schild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet sind. Andernfalls darf die Fahrbahn benutzt werden.

Ist ein ausgeschilderter Radweg objektiv unbenutzbar, muss er nicht befahren werden. Dies kann beispielsweise bei Vereisung, Pflanzenbewuchs, aber auch bei falsch parkenden Autos der Fall sein.

Zu beachten ist, dass sich die Unbenutzbarkeit auch nach dem Fahrradtyp richtet: So sind mit einem Mountainbike auch Radwege befahrbar, die für ein Rennrad ausscheiden.

Ansonsten gilt entgegen einer weiterverbreiteten Meinung, dass bei Vorhandensein eines ausgewiesenen Radwegs auch Rennräder diesen benutzen müssen.

Kinder müssen bis zu einem Alter von acht Jahren müssen auf dem Gehweg fahren. Bis sie ihr zehntes Lebensjahr vollendet haben, dürfen sie es. Dies gilt jedoch nicht für die Eltern: Diese müssen, obwohl sie mit ihren Kindern unterwegs sind, den Radweg oder die Fahrbahn benutzen.

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Gibt es eine Helmpfllicht für Fahrradfahrer?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung, die das Tragen eines Fahrradhelms vorschreibt. Dies gilt auch für Kinder. Daraus folgt, dass einen Radfahrer, der ohne Fahrradhelm an einem Unfall beteiligt ist, auch dann kein Mitverschulden am eigenen Schaden trifft, wenn die Unfallfolgen durch das Tragen eines Schutzhelmes weniger schwer ausgefallen wären.

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Darf beim Fahrradfahren telefoniert werden?

Das Handyverbot der Straßenverkehrsordnung (§ 23 Abs.1a StVO) gilt auch für Radfahrer. Bei Missachtung droht ein Bußgeld von 25,- Euro. Auch Musikhören wird mit einem Bußgeld geahndet, wenn dies mit so hoher Lautstärke erfolgt, dass dadurch das Gehör des Fahrradfahrers beeinträchtigt wird.

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