FAQ Alkohol am Steuer – MPU, Idiotentest

Wie läuft eine MPU ab?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung, umgangssprachlich als „Idiotentest“ bezeichnet, dient den Behörden als Entscheidungshilfe über die Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Sie dauert etwa drei bis vier Stunden und besteht aus mehreren Untersuchungsteilen:

Im verkehrsmedizinischen Teil wird untersucht, ob der Betroffene Alkohol- und Drogenprobleme hat. Dies erfolgt sowohl durch Gespräche, als auch durch medizinische Tests, wie Urin-, Blut- und Haaruntersuchungen.

Im verkehrspsychologischen Teil der MPU wird in Gesprächen ermittelt, ob der Betroffene sein Fehlverhalten einsieht und bereit und in der Lage ist, sich in der Zukunft verkehrsgerecht zu verhalten.

Schließlich wird anhand eines Computertests die psychofunktionale Leistungsfähigkeit überprüft. Dabei muss der Betroffene Reaktions-, Aufmerksamkeits-, Belastungs-, und Konzentrationstests bestehen.

Empfehlenswert sind seriöse Vorbereitungskurse, in denen der Ablauf der Untersuchung durchgespielt wird. Ohne jegliche Vorbereitung ist die MPU beim ersten Versuch schwer zu bestehen. Die Durchfallquote liegt insgesamt bei 33%.

Die Kosten für eine MPU als solche betragen je nach Grund etwa 350 bis 750 Euro. Dazu fallen Gebühren für etwaige Drogenuntersuchungen sowie die Neubeantragung der Fahrerlaubnis an. Die Gesamtkosten können sich auf 1000 bis 2000 Euro belaufen.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung kann beliebig oft wiederholt werden. Im Falle eines negativen Ergebnisses ist man nicht verpflichtet, die Fahrerlaubnisbehörde davon in Kenntnis zu setzen. Die MPU sollte dann bei einem anderen Gutachter wiederholt werden. Die Chancen, sie beim zweiten Mal zu bestehen sind statistisch gut.

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Welche Besonderheiten gelten für eine Alkohol-MPU?

Die MPU kann aus verschiedenen Gründen verlangt werden. So muss diese Untersuchung auch über sich ergehen lassen, wer acht oder mehr „Punkte in Flensburg“ anhäuft.

Der häufigste Grund für die Anordnung einer MPU ist jedoch Alkohol am Steuer. Hier gilt die Besonderheit, dass bestimmte Abstinenznachweise gefordert werden können. Die Kosten dafür müssen selbst getragen werden. Möglich ist ein Nachweis auf verschiedene Weisen:

Die Leberwerte sind nicht sehr genau und werden deshalb heute oft nur noch hilfsweise zur Beurteilung der Abstinenz herangezogen.

Günstiger und genauer ist eine Haaranalyse. Der Vorteil dabei ist, dass anders als bei Blut- und Urintests eine einmalige Untersuchung ausreicht.

Zu beachten ist, dass je nach Fallkonstellation im medizinisch-psychologischen Gesprächen vom Gutachter oft keine völlige Abstinenz erwartet wird. In den meisten Fällen ist es glaubwürdiger, gelegentlichen und kontrollierten Alkoholkonsum einzuräumen.

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