FAQ Alkohol am Steuer – Fahrtüchtigkeit, Alkoholkontrolle, Promillegrenze

Wie wirkt sich Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit aus?

Bereits bei geringen Blutalkoholkonzentrationen kommt es zu Beeinträchtigungen des Fahrverhaltens.

Die Fähigkeit, Abstände und Geschwindigkeiten einzuschätzen verringert sich bereits ab ca. 0,3 Promille. Gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft, was beispielsweise zu gefährlichen Überholmanövern führen kann.

Ab etwa 0,5 Promille treten Gleichgewichtsstörungen und Sehbeeinträchtigungen auf. Die Reaktionszeit verlangsamt sich deutlich, auf unerwartete Verkehrssituationen kann nicht rechtzeitig reagiert werden.

Bei einem Promillewert von ca. 0,8 ist die Konzentrationsfähigkeit bereits stark geschwächt, während die Risikobereitschaft weiter zunimmt. Das Sichtfeld ist immens eingeschränkt.

Ab einer Blutalkoholkonzentration von etwa 1,2 Promille stellen sich zusätzlich Koordinations- und Sprachstörungen ein, die Augen passen sich nur noch langsam an wechselnde Lichtverhältnisse an. Dazu steigt oft die Aggressivität des Fahrers.

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Wie sollte sich bei einer Alkoholkontrolle verhalten werden?

Zunächst ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Aggressives Verhalten kann die ohnehin angespannte Situation schnell eskalieren lassen und insbesondere im Falle körperlichen Widerstandes weitreichende Konsequenzen haben. Keinesfalls sollten Angaben zu Trinkmenge und -Ende gemacht werden.

Bei einer Alkoholkontrolle wird zunächst ein Atemalkoholtest durchgeführt. Dieser kann und sollte verweigert werden, eine Pflicht zur Mitwirkung besteht nicht. Der Atemalkoholwert hat selbst keine rechtliche Relevanz, er dient lediglich als Anhaltspunkt.

Wird der Atemalkoholtest verweigert oder ergibt dieser einen Promillewert, der auf eine Fahruntüchtigkeit schließen lässt, werden die Polizeibeamten fragen, ob der Betroffene einer Blutentnahme zustimmt.

Auch dem sollte nicht Folge geleistet werden. Eine Blutentnahme darf nur bei einem begründetem Verdacht auf eine Trunkenheitsfahrt vorgenommen werden. Können die Polizeibeamten im Falle eines negativen Ergebnisses diesen Verdacht nicht begründen, müssen sie sich dafür rechtfertigen. Dieses Risiko in Kombination mit dem zusätzlich erforderlichen Aufwand werden die Beamten oft zu vermeiden suchen.

Eine Blutentnahme kann ohne Einstimmung des Betroffenen nur auf Grund richterlicher Anordnung erfolgen. Geschieht sie dennoch, dürfen die Testergebnisse möglicherweise nicht als Beweis verwendet werden.

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Welche Promillegrenzen gibt es im Straßenverkehr?

Die strafrechtlich relevante Untergrenze liegt bei 0,3 Promille. Dann liegt die sogenannte relative Fahruntüchtigkeit vor. Werden Fahrauffälligkeiten wie Schlangenlinien festgestellt oder ein Unfall verursacht, wird dadurch der Straftatbestand der Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) verwirklicht.

Auch wenn keine Fahrauffälligkeiten vorliegen, stellt das Überschreiten der 0,5- Promillegrenze eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit empfindlichen Geldbußen und Fahrverbot geahndet wird (§ 24a StVG – 0,5 Promille-Grenze).

Ab 1,1 Promille liegt die sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit vor. In diesem Fall wird die Trunkenheitsfahrt unabhängig von Fahrfehlern strafrechtlich verfolgt und mit Geld- und Freiheitsstrafen sanktioniert. Auch der Führerschein kann für bis zu fünf Jahre entzogen werden.

Wird die Grenze von 1,6 Promille überschritten, erfolgt zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), da chronischer Alkoholmissbrauch naheliegt.

Für Fahranfänger in der Probezeit sowie alle Fahrer unter 21 Jahren gilt die 0,0 Promille-Grenze.

Die genauen Bußgelder sind dem Bußgeldkatalog – Alkohol am Steuer zu entnehmen.

Lesen Sie hier FAQ Alkohol am Steuer – Teil 2