Fahrtenbuchauflage

Wurde ein Verkehrsverstoß begangen, erhält zunächst der Halter des Kfz einen Anhörungsbogen. In Deutschland haftet jedoch der Fahrer für sein Fehlverhalten im Straßenverkehr, § 18 StVG. Dieser kann vom Halter abweichen. Hilft der Fahrzeughalter in diesem Fall nicht bei der Ermittlung des Fahrers, kann die zuständige Behörde die Fahrtenbuchauflage anordnen, § 31a StVZO.

Nicht jeder Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften rechtfertigt die Auflage, ein Fahrtenbuch zu führen. Als ungefährer Richtwert gilt, dass die Auflage nach Verstößen, die mindestens einen Punkt im Fahreignungsregister nach sich ziehen, verhältnismäßig ist.

Die Fahrtenbuchauflage dient nicht primär als Strafe, sondern zur einfacheren Ermittlung des Fahrers in der Zukunft. Sie ist nur zulässig, wenn zwischen Verkehrsverstoß und Anhörung nicht mehr als zwei Wochen liegen. In diesem Zeitraum darf davon ausgegangen werden, dass sich der Fahrzeughalter daran erinnern kann, wer zum fraglichen Zeitpunkt Fahrer des Kfz war.

Es existieren Vordrucke für Fahrtenbücher. Alternativ kann ein Fahrtenbuch auch selbst angelegt werden. Vor Beginn jeder einzelnen Fahrt müssen Name, Vorname und Anschrift des Fahrers in das Fahrtenbuch eingetragen werden. Dazu muss das amtliche Kennzeichen sowie Datum und Uhrzeit des Beginns der Fahrt vermerkt werden. Nach Beendigung der Fahrt müssen erneut Datum und Uhrzeit eingetragen und das Fahrtenbuch unterschrieben werden, § 31 Abs. 2 StVO.

Ein Verstoß gegen die Fahrtenbuchauflage zieht ein Bußgeld von 100 Euro nach sich.

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