EU-Führerschein

2013 wurde europaweit ein einheitlicher EU-Führerschein eingeführt. Der EU-Führerschein wird im Scheckkartenformat ausgestellt und hat eine begrenzte Gültigkeit von 15 Jahren. Dadurch wird gewährleistet, dass Foto und Daten des Führerscheins möglichst aktuell sind. Ein weiterer Vorteil des EU-Führerscheins ist die unproblematische gegenseitige Anerkennung des Dokuments in sämtlichen EU-Mitgliedstaaten.

Diese Anerkennung führt jedoch auch zu Problemen. Wird in Deutschland auf Grund eines schweren Verkehrsverstoßes die Fahrerlaubnis entzogen, kann diese oft ohne das Bestehen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) nicht wiedererlangt werden. Die MPU ist ohne Vorbereitung schwer zu absolvieren und mit hohen kosten verbunden.

Da andere Staaten keine der MPU entsprechenden Voraussetzung für die Erlangung einer Fahrerlaubnis haben, kam es zeitweise zu einem regelrechten „Führerscheintourismus“: Statt in Deutschland an einer MPU teilzunehmen, erworben viele Betroffene im EU-Ausland eine neue Fahrerlaubnis. Diese konnte dann gegen einen deutschen Führerschein umgetauscht werden.

Durch die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und eine Änderung der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) wurde dem Führerscheintourismus weitgehend die Grundlage entzogen. Führerscheine, die während der Sperrzeit und lediglich auf Grundlage eines Scheinwohnsitzes im EU-Ausland erteilt wurden, haben in Deutschland keine Gültigkeit.

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