Anhörungsbogen

Begeht ein Verkehrsteilnehmer einen Verkehrsverstoß, erhält er vor Zustellung des Bußgeldbescheids einen Anhörungsbogen.

Der Anhörungsbogen gibt dem Beschuldigten die Möglichkeit, sich zur Sache zu äußern. Er enthält Informationen zur Tat, so zum Beispiel wo und wann der Verstoß begangen wurde, welche Beweismittel vorliegen (bei Geschwindigkeitsverstößen ist meist ein „Blitzerfoto“ aufgedruckt), wer Zeuge ist (zumeist Polizeibeamte) und welche Geldbuße droht.

Im Regelfall richtet sich der Anhörungsbogen gegen den Halter des Fahrzeugs, da dieser über das Kennzeichen am einfachsten zu ermitteln ist. Ein abweichender Fahrer kann dann vom Halter im Anhörungsbogen benannt werden. Hilft der Halter nicht bei der Ermittlung des Fahrers, kann eine Fahrtenbuchauflage angeordnet werden.

Die Frist zur Rücksendung des Anhörungsbogens beträgt im Regelfall eine Woche. Der Bogen muss mit Angaben zur eigenen Person zurückgesandt werden (§ 111 OWiG), es besteht jedoch keine Verpflichtung, eine Stellungnahme zur eigentlichen Sache abzugeben. Die dreimonatige Frist für die Verjährung der Ordnungswidrigkeit (§ 26 Abs. 3 StVG) wird durch die Zustellung des Anhörungsbogens unterbrochen, § 33 Abs. 1 Nr. 1 OWiG.

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